ATEX

Die wichtigsten Grundlagen zum Explosionsschutz finden sich bezogen auf die Europäische Union in den ATEX-Richtlinien wieder. Daraus lassen sich unter anderem die Vorgaben für Schutzgehäuse von Wärmebildkameras und Schwenk-/Neigesysteme ableiten, die in explosionsgefährdeten Bereichen genutzt werden.

Explosionsschutz spielt heutzutage in zahlreichen Industriezweigen eine bedeutende Rolle. Neben der chemischen Industrie oder dem Bergbau gilt dies auch für große Teile der verarbeitenden Industrie. In der Textilindustrie oder Holzindustrie kommt es häufig zu einem stärkeren Abrieb von Materialien, der als Staub dann gefährlich werden kann. Für immer mehr Anlagenbetreiber rücken Schutzmaßnahmen daher stärker in den Vordergrund. Lösungen, die auf der Infrarot-Thermografie beruhen, können hier zusätzliche Sicherheit in gefährdeten Bereichen bieten.

Icon ATEX Richtlinie

Temperatur als sicherheitsrelevante Messgröße

Mithilfe von Wärmebildkameras lassen sich die Verteilungen von Oberflächentemperaturen für großflächige Areale erfassen. In ein spezielles Schutzgehäuse integriert ist der Einsatz der Kameras auch in potenziell durch Explosionen gefährdeten Bereichen möglich. Zur Überwachung industrieller Prozesse oder Brandfrüherkennung sind ATEX-zertifizierte Schutzgehäuse mit druckfester Kapselung erforderlich.

In zahlreichen Industrieumgebungen ist die Temperatur unter dem Aspekt der Anlagensicherheit von immenser Bedeutung. Anhand von Temperaturwerten wird ersichtlich, ob Prozesse einen kritischen Zustand erreichen oder Richtwerte überschritten sind. Das alles spricht für eine kontinuierliche Überwachung in diesen Bereichen. Erhöhte Gefahr besteht beispielsweise, wenn es zur Entstehung eines explosiven Gas-Luft-Gemisches kommen kann. Auch das Vorhandensein von Staub genügt, wenn dieser in geringer Korngröße und entsprechender Dichte vorliegt. Solche Stoffe können sich leicht entzünden. Oftmals führen bereits heiße Oberflächen, statische Elektrizität, mechanisch erzeugte Funken, Glimmnester oder Lichtbögen zu einer Explosion.

Wie hoch die Gefahr für eine Explosion in welchen Bereichen ist, zeigt die Einteilung der explosionsgefährdeten Zonen im Rahmen der ATEX Richtlinie.

Einteilung von explosionsgefährdeten Bereichen (Ex-Bereiche)

Explosionsgefährdete Bereiche werden nach Häufigkeit und Dauer des Auftretens von explosionsfähiger Atmosphäre in Zonen unterteilt.

Quelle: Richtlinie 2014/34/EU des Europäischen Parlaments und des Rates

Überwachung einer Industrieanlage mittels Thermografie - Bildnachweis: @ ribeiroantonio / iStock.com

Zone 0
Bereich, in dem explosionsfähige Atmosphäre als Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln ständig, über lange Zeiträume oder häufig vorhanden ist.

Zone 1
Bereich, in dem sich bei Normalbetrieb gelegentlich eine explosionsfähige Atmosphäre als Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln bilden kann.

Zone 2
Bereich, in dem bei Normalbetrieb eine explosionsfähige Atmosphäre als Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln normalerweise nicht oder aber nur kurzzeitig auftritt.

Zone 20
Bereich, in dem eine explosionsfähige Atmosphäre in Form einer Wolke aus in der Luft enthaltenem brennbaren Staub ständig, über lange Zeiträume oder häufig vorhanden ist.

Zone 21
Bereich, in dem sich bei Normalbetrieb gelegentlich eine explosionsfähige Atmosphäre in Form einer Wolke aus in der Luft enthaltenem brennbaren Staub bilden kann.

Zone 22
Bereich, in dem bei Normalbetrieb eine explosionsfähige Atmosphäre in Form einer Wolke aus in der Luft enthaltenem brennbaren Staub normalerweise nicht oder aber nur kurzzeitig auftritt.

ATEX-zertifizierte Schutzgehäuse und Schwenk-/Neigesysteme von InfraTec

Thermografie Schutzgehäuse im Rahmen der ATEX Richtlinie

Als Ergänzung zu anderen Überwachungssystemen bietet InfraTec Thermografiesysteme an, die über ATEX-zertifizierte Schutzgehäuse und Schwenk-/Neigesysteme verfügen. Je nach Anforderung können diese in unterschiedlichen Schutzzonen für den Gas- oder Staubbereich eingesetzt werden. Als Komponenten eines kompletten Überwachungssystems zur Brandfrüherkennung lassen sich beliebig viele Wärmebildkameras in eine solche Lösung für den Ex-Bereich integrieren. Bereits eine einzige Thermografiekamera sorgt durch die Kombination mit den Aufnahmen einer visuellen Kamera für ein umfassendes Maß an Sicherheit. In Echtzeit gelingt so die Überwachung der Anlagen selbst bei widrigsten Sichtverhältnissen, die Rauch, Nebel, Dunkelheit oder Regen mit sich bringen können.

Passend zu vielfältigsten Anwendungen bietet InfraTec Lösungen selbst für höchstauflösende Wärmebildkameras mit bis zu (1.024 x 768) IR-Pixeln. Diese Systeme können mit einer Vielzahl von Optiken ausgestattet werden, beginnend bei Weitwinkelobjektiven, über Teleobjektive bis hin zu Weitbereichs-Zoomoptiken. Durch Kombination dieser Systemkomponenten mit einer speziell für diese Anwendungen konzipierten, sehr leistungsfähigen Software mit umfangreichen Bildbearbeitungsfunktionen lassen sich großflächige Areale und weit entfernte Objekte zuverlässig und voll automatisiert überwachen.

Hier kommen ATEX-konforme Schutzgehäuse und Schwenk-/Neigesysteme zum Einsatz

  • Chemische Industrie
  • Raffinerien Gasleitungen
  • Off-Shore-Plattformen
  • Gasfackelüberwachungen
  • Textilindustrie
  • Holzindustrie 

Hintergrund

ATEX ist eine Bezeichnung, die aus dem Französischen stammt und auf den Begriff „atmosphères explosibles“ zurückgeht. Unter dem Kürzel werden derzeit zwei Richtlinien zusammengefasst – die ATEX-Betriebsrichtlinie 1999/92/EG sowie die ATEX-Produktrichtlinie 2014/34/EU. Deren Gültigkeit ist auf dem Raum der Europäischen Union begrenzt. International weit verbreitet ist daneben das US-amerikanische Pendant, nämlich das National Electrical Code (NEC).

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